Kuren: Gezielt zurück zur Gesundheit
Dr. med. Melanie Eucker
Fachärztin für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, Salina Medizin AG im Parkresort Rheinfelden.
Ob jemand frisch operiert, chronisch krank oder erschöpft ist: Eine Kur kann entscheidend helfen, sich bestmöglich zu erholen und gestärkt zurück in den Alltag zu finden. Orthopädin Melanie Eucker berichtet, wie Kurgäste im Parkresort Rheinfelden von ihrem Aufenthalt profitieren.
Was sind die häufigsten Gründe, weshalb Patientinnen und Patienten bei Ihnen zur Kur kommen?
Viele Gäste kommen nach orthopädischen Eingriffen zu uns, entsprechend unserem muskuloskelettalem Schwerpunkt: mit frischen Hüft- und Knieprothesen, Schulter- oder Rückenoperationen, oder auch nach Unfällen mit Extremitäten-Verletzungen sowie nach chirurgischen Operationen oder onkologischer Behandlung. Wir haben ferner Gäste, die stressbedingt, nach einem Verlust oder zur Erholung von der Betreuung kranker Angehöriger eine Auszeit nehmen. Auch sie lassen sich therapeutisch begleiten, entspannen in den Bädern und lassen die Ruhe und die schöne Umgebung am Rheinufer auf sich wirken.
Angenommen, ich muss mit 35 Jahren ein Knie operieren – kann ich nicht einfach zu Hause meine Physiotherapie-Übungen machen statt zur Kur zu gehen?
Je nach Eingriff und wenn Sie die nötige private Unterstützung haben, können Sie das. Doch die meisten Operierten sind nach orthopädischen Eingriffen noch sehr unsicher im Umgang mit der operierten Extremität und mit Hilfsmitteln wie etwa Unterarm-Gehstützen. Verständlicherweise: Die Spitalaufenthalte werden immer kürzer und es bleibt zu wenig Zeit für postoperative physiotherapeutische Instruktionen. Die Krankenkasse übernimmt häufig keine Rehabilitation, aber meistens eine Kur. Denn anders als die Rehabilitation setzt die Kur keine Spitalbedürftigkeit voraus. Die medizinischen und therapeutischen Leistungen werden aber auch in der Kur von der Grundversicherung getragen und manche Zusatzversicherungen bezahlen einen Teil des Hotelaufenthalts.
“Man erholt sich rascher bei zweimal Physiotherapie pro Tag statt Woche.”
Was spricht neben der guten Beratung ausserdem für eine Kur?
Sie erholen sich rascher, weil Sie optimal betreut werden, je nach Gesundheitsfragen auch von verschieden Fachärztinnen und -ärzten. Bei täglich zwei Physiotherapie-Sitzungen und allenfalls weiteren unterstützendem Therapien machen Sie wesentlich schneller Fortschritte als bei zweimal Physiotherapie pro Woche. Durch die kurzen Weg am Kurort gewinnen Sie wichtige Erholungszeit und müssen sich nicht um den Transport zur Therapie kümmern. Bei Bedarf erhalten die Kurgäste auch Unterstützung durch unsere Inhouse-Spitex. Gerade betagtere Personen sind etwa bei der Körperpflege oder bei medizinischen Aufgaben wie Verbandswechsel oder Spritzen häufig auf die Spitex angewiesen.
“Heilbaden im warmem Wasser entspannt optimal,
wobei Salzwasser zusätzlich
die Gelenkbeweglichkeit unterstützt.”
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Das Parkresort Rheinfelden ist bekannt für seine Solebäder. Wie können diese einen Heilungsprozess unterstützen?
Das Baden im warmen Wasser entspannt die Muskeln, ist also sehr gut geeignet für den Stressabbau. Dank des Salzwassers bleibt die Hautfeuchtigkeit besser erhalten als in chloriertem Wasser. Auch die Umgebungsluft hat einen höheren Salzgehalt, was bei Atemwegserkrankungen unterstützend sein kann; Menschen mit Asthma oder Bronchitis erfahren dadurch oftmals Erleichterung. Ferner verbessert die Bewegung im warmen Wasser die Gelenkbeweglichkeit. Gerade für jemanden, der beispielsweise sein Bein nur teilbelasten darf, ist die Therapie im Heilbad ein grosser Vorteil: Hier kann man sich gefahrlos auf beide Beine stellen und sich normal bewegen – diese Patientinnen und Patienten sind im Wasser jeweils überglücklich.
“Heilbaden im warmem Wasser entspannt optimal, wobei Salzwasser zusätzlich
die Gelenkbeweglichkeit unterstützt.”
Das Parkresort Rheinfelden vereint unter dem Dach von Salina Medizin, dem Park-Hotel am Rhein und weiteren spezialisierten Kliniken eine umfassende Gesundheits- und Kurinfrastruktur, bei der Prävention, Diagnostik und Therapie des Bewegungsapparates im Mittelpunkt stehen.
Interview: Fabienne Hohl
